Galerie Hollenbach
SuperSurface FX
mit Andrew Bick, Alexis Harding,
Jane Harris, Michael Stubbs
Michael Stubbs, "GridEye Virus", 2009, oil based mixed media on MDF, 198 x 198 cm (200 kb)
Alexis Harding, Making Temporary painting No 8, 2008, leftovers, 300 x 100 cm (220 kb)
Eröffnung:
Mittwoch, 16. 09. 2009, 18.00 Uhr
Dauer:
17. 09 - 31. 10. 2009
Galerie Hollenbach
Ganghoferstr. 28
70192 Stuttgart
Tel: 0711 1654041
Fax: 0711 1654055
info@galerie-hollenbach.de
www.galerie-hollenbach.de
Öffnungszeiten:
Mo, Di, Mi, Fr 13 - 17 Uhr
Do 9 - 17 Uhr
u.n.V.
In der Gruppenausstellung SuperSurface werden anhand von aktuellen Werken der britischen Künstler
Andrew Bick, Alexis Harding, Jane Harris und
Michael Stubbs die Erweiterungen in der Malerei des 21. Jahrhunderts im Kontrast zur traditionellen Malweise thematisiert.
Dabei werden sowohl den Oberflächenbearbeitungen sowie den verwendeten innovativen Malmitteln und -träger besondere Beachtung geschenkt. Wie individuell die Künstler trotz gemeinsamer Ansätze arbeiten, lässt sich am besten an ihren diversen verwendeten Materialien oder ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen erkennen:
Andrew Bick und
Michael Stubbs brechen aus der traditionellen Leinwandmalerei aus, indem sie zum einen eher untypische Bildträger wie MDF- oder Holzplatten verwenden, zum anderen verschiedenste Farbaufträge übereinander addieren. Bick zieht neben Farbflächen grafische Gestaltungsmittel wie Blei-oder Buntsifte heran und überlagert die Farbgründe in vielen Schichten mit in Wachs aufgelösten Farbpigmenten. Gegensätzliches wie Zeichnung und Malerei, Transparenz und Geschlossenheit sowie Farbe und Nichtfarbe ergeben ein vielfältiges unergründliches Zusammenspiel. Auch
Stubbs Werke sind nicht zuletzt durch ihre transparenten und opaken Flächen von einer mysteriösen Rätselhaftigkeit. Er erweitert seinen Wirkungsraum gegenüber der klassischen Tradition durch das Einbeziehen der digitalen Mediensprache einer immer computerabhängiger werdenden Umwelt. Er versetzt seine Malerei mit Schablonen, Symbolen oder Piktogrammen aus der Popkultur. Dabei wird eine lediglich auf Öl basierende Farbmixtur mit Hilfe von Haushalts-und Bootslacken auf die liegende Oberfläche gegossen.
Die aus dieser prozessualen Vorgehensweise der Überlagerung, Schichtung und Überschneidung entstehenden Strukturen, die durch das Setzen flächiger und linearen Partien erzeugten Spannungen sowie die dadurch erzielten haptischen Effekte, regen den Betrachter zum räumlichen Denken an und transportieren somit den Kunstgegenstand aus der Zweidimensionalität in die physische Welt.
Jane Harris und
Alexis Harding betonen hingegen verstärkt die fundamentalen Gegensätze zwischen Fläche und Linie, Figur und Grund, Dunkel und Hell, Statik und Dynamik. Sie arbeiten vorwiegend mit lediglich zwei Farbtönen, die gegeneinander abgesetzt werden.
Harris, die die Ölmalerei und die traditionelle Leinwand beibehalten hat, widmet sich vorwiegend der Komposition, Reduktion und den durch wechselnde Lichtintensität und Betrachterperspektive hervorgerufenen Farphänomenen. Ausgehend von der ovalen Grundform der Ellipse, erzielt sie durch ihren altmeisterlich geführten Pinselduktus ambivalente Pole, wobei die Randzonen zwischen Muster und Grund eine besonders sorgfältige Bearbeitung in mindestens fünf Farbaufträgen erfahren.
Während
Harris weniger den Herstellungsprozess betont, sprengt
Harding die Grenzen seiner Leinwände, MDF- oder Aluminium-Platten, indem er zwei Farbschichten, die je unterschiedliche Struktur, Materialität und Konsistenz besitzen, in einem monatelangen Prozess trocknen lässt, dabei aber wiederholt durch Rütteln oder Verschieben in den Trocknungsvorgang eingreift und somit den Farbverlauf steuert. Ein die Bewegung festhaltender Eindruck entsteht, der nach Hängung des Bildes durch den noch nicht vollständig erstarrten Farbauftrag gesteigert wird.
Den Künstlern in SuperSurface ist allen gemeinsam, dass sie in ihren Werken versuchen aus der eindimensionalen Welt der Computer- oder Fernsehbildschirme sowie aus der den Gemälden innewohnenden Zweidimensionalität auszubrechen. Gleichzeitig provozieren sie beim Betrachter durch die angewandten formalen Mittel visuell-ästhetische Reize und führen ihn dadurch zu vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten. Auf einer höheren Ebene stehen die Werke mit ihrer Vielschichtigkeit somit symbolisch für eine komplexe Welt wie die unsere, die unüberschaubar geworden und von Gegensätzen und unterschiedlichen Sichtweisen geprägt ist.