Galerie Schlichtenmaier


Adolf Hölzel
Laboratorium Moderne


Adolf Hölzel
Adolf Hölzel, Landschaft mit Figuren (Anbetung), Ende 1920er Jahre, Pastell auf Velours, 31 x 44 cm (270 kb)

Willi Baumeister
Adolf Hölzel, Dachau (Hörhammer und Zieglerbräu), 1903, Öl auf Leinwand, 68 x 85 cm (204 kb)

Eröffnung:
Donnerstag, 17. September 2009, 19.30 Uhr
Zur Eröffnung spricht Dr. Alexander Klee.
Am 17. September ist die Galerie bis 21.30 Uhr geöffnet.

Als Sonderveranstaltung laden wir am Samstag, den 19. September um 17 Uhr zum Gespräch „Hölzel – Lust auf Farbe“ mit Dr. Alexander Klee ein.

Dauer:
18. 9. - 7. 11. 2009

Galerie Schlichtenmaier
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart
Tel: 0711 1204151
Fax: 0711 1204280
stuttgart@galerie-schlichtenmaier.de
www.schlichtenmaier.de


Öffnungszeiten:
Di - Fr 11 - 19 Uhr
Sa 11 - 17 Uhr
u.n.V.




Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zur Ausstellung „Adolf Hölzel – Kabinettstücke“ einladen, die wir am Donnerstag, dem 17. September 2009, um 19.30 Uhr in unserer Stuttgarter Dependance auf dem Kleinen Schlossplatz eröffnen. Zur Eröffnung spricht Dr. Alexander Klee. Am 17. September ist die Galerie bis 21.30 Uhr geöffnet. Anschließend ist die Ausstellung bis zum 7. November während unserer üblichen Öffnungszeiten (seit kurzem haben wir unsere Samstags-Öffnungszeit auf 11 bis 17 Uhr verlängert) zu sehen. Mit dieser Ausstellung nehmen wir am 10. Stuttgarter Galerienrundgang „art alarm“ teil, der am Wochenende 19./20. September stattfindet. Als Sonderveranstaltung laden wir am Samstag, dem 19. September, um 17 Uhr zum Gespräch „Hölzel – Lust auf Farbe“ mit Dr. Alexander Klee ein.

Die Ausstellung „Adolf Hölzel – Kabinettstücke“ verdeutlicht anhand ausgewählter Gemälde, Pastelle und Zeichnungen Hölzels wichtigen Beitrag zur Moderne. Die Spannbreite der Exponate reicht von Arbeiten der Dachauer Zeit, in denen sich die Hinwendung zur Abstraktion bereits abzeichnet, bis hin zu zentralen Arbeiten des Spätwerks, zum Beispiel den Entwürfen für die Glasfenster der Pelikanwerke in Hannover von 1932.

1853 geboren, gleichaltrig mit Ferdinand Hodler und Vincent van Gogh, ist Adolf Hölzel fast eine Generation älter als die Künstler, mit denen heute gemeinhin der Begriff der klassischen Moderne verbunden wird. Zusammen mit seinen Altersgenossen Max Liebermann und Lovis Corinth löst sich Hölzel von der Genremalerei des 19. Jahrhunderts. Doch im Gegensatz zu ihnen überschreitet er den Grenzpunkt impressionistischen Kunstwollens und bricht auf zu neuen Wegen. Seine formalen Abstraktionen sind von jedem Gegenstand und Inhalt losgelöste autonome Form- und Farbschöpfungen.

Adolf Hölzel zählt zu den Bahnbrechern der ungegenständlichen Malerei und nimmt in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine herausragende Stellung ein. Hölzel führt die Kunst an einen Punkt heran, der erst in den 1950er Jahren durch die informelle Malerei wieder aufgegriffen und fortgeführt wird.

In den ab 1898 entstehenden Gemälden fällt eine zunehmende Flächigkeit auf, Baumgruppen werden zu vexierhaften Durchblicken, bei denen die Helligkeit eine Gegenform bildet. Hölzels intensive Beschäftigung mit japanischen Werken – er selbst besaß eine Sammlung japanischer Holzschnitte – wird hier sichtbar. Anfang des 20. Jahrhunderts folgt die Weiterentwicklung der Bildstruktur als konstitutives Element. Diese berücksichtigt die immer stärker werdenden farblichen Kontraste. Dieser Prozess kulminiert in seiner „Komposition in Rot“ von 1905, einer Inkunabel der ungegenständlichen Kunst im 20. Jahrhundert.

Mit seinen Collage-Experimenten gehört Hölzel zu den Pionieren der Collage-Technik. Seine dem linearen Formausdruck des Jugendstils entwachsenen Bleistift- und Buntstiftzeichnungen führen ihn zur Tusche. Es entstehen freie Tuschzeichnungen, aus der zufälligen Verteilung von in Tropfen angelegten Kompositionen, die mit der Feder weiterbearbeitet und zu einer harmonischen Ordnung gefügt werden.

Im Pastell, das die volle Leuchtkraft der Farbe zur Geltung bringt, erkennt Hölzel die Chance, Malerei und Zeichnung miteinander zu verbinden. Flächige Bildstrukturen bilden eine Vielfalt von Kontrasten in Größe, Form und Farbe. Die gleich bleibende Dichte der Pigmente bietet ihm die Möglichkeit, insbesondere die Kontrastwirkungen der Farben auszuloten. Um die Farbflächen in ihrem Eigenwert zu erhalten, verwendet Hölzel mitunter schwarze Stege als neutrales Zwischenglied, so dass die Farbflächen in ihrem Eigenwert erhalten bleiben, beispielsweise bei seinen Entwürfen für die Glasfenster des Stuttgarter Rathauses oder die Pelikanwerke in Hannover.

Hölzels harmonischer Bildbau und seine formkünstlerischen Bestrebungen machen die Pastelle zu markanten, genuinen Bildschöpfungen. Rhombische Bildstrukturen, die in ihrer Farbharmonie kaleidoskopartig wirken, werden mit Kreisen und Lineamenten durchsetzt, geometrische Gebilde oder skizzenhaft angelegte Figurenkürzel wandeln sich unter seiner Hand zu vernetzten, neu strukturierten Kompositionen. Diese Verbindung von Farbe und Fläche macht Hölzel zu einem Vorläufer „Konkreter Kunst“ und nicht zufällig ist er der Lehrer von Johannes Itten und Camille Graeser und das künstlerische Vorbild für Friedrich Vordemberge-Gildewart.

Bis zu seinem Lebensende bleibt Hölzel dem künstlerischen Experiment gegenüber offen. Seine in den letzten Lebensjahren entstandenen starkfarbigen Kompositionen mögen selbst den heutigen, reizüberfluteten Beschauer erstaunen. Ihre Frische und Intensität lässt sich schwer einem über 80-Jährigen zuordnen. Die nach der Machtübernahme der National-Sozialisten einsetzende Propaganda gegen die Moderne Kunst bleibt Hölzel erspart. Er stirbt am 17. Oktober 1934. Zum 75. Todestag zeigt die Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart, am Ort seines einflussreichen Wirkens als Akademieprofessor, zeitgleich mit der großen Einzelausstellung im benachbarten Kunstmuseum, Höhepunkte seines umfangreichen künstlerischen Schaffens.

Biografie Adolf Hölzel:
Die Pressetexte der Galerien können Sie zusammengefasst als pdf-Dokument (ca. 100 KB) ausdrucken.

Taxi-Tour B
Galerie Schlichtenmaier, Galerie im Königsbau, Galerie Reinhard Hauff, Galerie Klaus Gerrit Friese, Parrotta Contemporary Art, Galerie Anja Rumig, Dengler und Dengler, 14-1 Galerie, Galerie Merkle, Galerie Naumann, Galerie Hollenbach, Edith Wahlandt Galerie

top