Schacher - Raum für Kunst
Marc Dittrich - Uli Gsell
Bau Werk
Uli Gsell, Fürst der Welt, Jurakalkstein, 2010
Marc Dittrich, Daegu 2, geflochtene Laserprints, 2010
Eröffnung:
Freitag, 16. 9. 2011, 19 Uhr
Beide Künstler sind anwesend.
Dauer:
17. 9. bis 12. 11. 2011
Schacher - Raum für Kunst
Galerienhaus Stuttgart
Breitscheidstraße 48
70176 Stuttgart
Tel: 0711 65677068
Mobil: 0162 4037512
Fax: 0711 65677059
info@galerie-schacher.de
www.galerie-schacher.de
Öffnungszeiten:
Di - Fr 14 - 19 Uhr
Sa 11 - 16 Uhr
Die Grenzen zwischen Architektur und Bildender Kunst sind bekanntlich fließend. Eindrucksvolles Beispiel:
die sechste Ausstellung in der im Januar 2011 eröffneten Galerie „Schacher – Raum für Kunst“. Unter dem Titel „BauWerk“ kombiniert und konfrontiert die Schau Steinskulpturen und Steindrucke von Uli Gsell mit zu Skulpturen geflochtenen Laserprints und Polaroids von Marc Dittrich.
Uli Gsell ist ein Zauberer. Als „Zauberstab“ benutzt er einen Presslufthammer, eine Flex, ein Kernbohrgerät, ein Fräse und/oder einen Schleifstein und verwandelt so Steine zu Seherlebnissen, die zwischen abstraktem Augenkitzel und figurativen Erinnerungen changieren. Die Skulpturen erinnern mit ihren Treppen, Eingängen, Ausgängen, Sackgassen, Kammern und Durchblicken an archaische Behausungen oder mutig erbaute Türme. Wer den Bearbeitungsspuren folgt und in die Schächte schaut, wird mit überraschenden Ein- und Durchblicken belohnt. Die Ambivalenz zwischen natürlichem und künstlichem bzw. künstlerischem Erscheinungsbild ist einer der Reize, welche die Skulpturen so anregend machen. Gsell lässt große Teile seiner Findlinge naturbelassen und stellt zerklüfteten Oberflächen glatte Partien zur Seite. Raue Flächen und glatte Kanten, geschlossene Formen und Durchbrüche, Positiv- und Negativformen, Schwere und Leichtigkeit, Ruhe und Bewegung ergänzen sich zu einer sicht- und spürbaren Balance zwischen Zufall und Präzision.
Relativ neu in Uli Gsells Schaffen sind die Abdrücke und Durchriebe auf Stoff. Der Künstler hat einige Skulpturen mehrmals gespalten und die neu entstanden Bruchflächen, die bisher im Stein verborgen waren, schwarz eingefärbt und auf Stoff gedruckt. Unebenheiten werden zu ausgefransten Wolken, Bohrlöcher zu weißen Linien. Als hieroglyphenartige Ab-Zeichen erzählen die Abdrucke von der Begegnung des Künstlers mit seinem Material, von der geheimen Geschichte von der Entstehung der Welt.
Auch
Marc Dittrich scheint magische Hände zu haben. Er druckt fotografische Aufnahmen von anonymen Hochhausfassaden aus und verflechtet die Laserprints mehrerer Häuser zu neuen Kuben, die er als Reliefs die Wände überwuchern und als Skulpturen den Raum füllen lässt. Durch das Ineinanderflechten mehrerer Fassaden zu einem gemeinsamen Haus bietet Marc Dittrich echte Nachbarschaftshilfe – und bricht das starre und monotone Muster der Wand- und Fenster-Elemente auf. Seine Arbeiten strahlen aufgrund ihrer unperfekten, fragilen Erscheinung einen angenehmen, „menschlichen“ Bastel-Charme aus, welcher in einem reizvollen Kontrast zur strengen Geometrie der Ausgangsmotive steht.
Auch seine aus Dutzenden von akkurat arrangierten Polaroids bestehenden Wandarbeiten offenbaren sich dem genauen Hinschauer als sympathische, gewitzte Augenkitzler. Weil der Künstler seine Fassaden-Fotos von Stuttgarter Gebäuden (u.a. Schlossgarten Hotel, Hallschlag, Assemwald) in seinem Atelier an eine Wand projiziert und erst dort als Polaroids abfotografiert hat, haben die entstandenen Resultate eine geradezu unwirkliche, geisterhafte, surreale Anmutung.
Beide Künstler spannen den Bogen von der Architektur zur Bildenden Kunst. Als Räume im Raum suchen und finden ihre Skulpturen und Wandarbeiten den Dialog mit der Umgebung – und rufen den schlichten, weißen Galerie-Räumen ein neckendes „Ätschebätsch“ entgegen.
Die Pressetexte der Galerien können Sie
zusammengefasst als Pdf-Dokument ausdrucken.
Taxi-Tour B
Galerie Reinhard Hauff (Übergang zu Tour A),
Galerie Klaus Gerrit Friese,
Parrotta Contemporary Art,
Galerie Anja Rumig,
Dengler und Dengler,
Edith Wahlandt Galerie,
Galerie Hollenbach,
14-1 Galerie (Galerienhaus),
Galerie Merkle (Galerienhaus),
Schacher - Raum für Kunst (Galerienhaus)