Schacher – Raum für Kunst
Manu Camille
Homo Ædictus
Manu Camille (1995 geboren im Allgäu, lebt in Heidelberg) hat für den Titel seiner ersten Schacher-Solo-Schau das Wort „Homo Ædictus“ erfunden, einen Neologismus, der die lateinischen Worte „addictus“ und „edictus“ vereint und die Ambivalenz zwischen Abhängigkeit/Sucht und Freiheit/Kreativität thematisiert. Eine der Fragen, die den Künstler antreiben, ist die nach dem Punkt, an dem sich der Mensch nicht mehr eingebunden, sondern angebunden fühlt. Und kann/könnte die Freiheit, nach der wir uns alle so sehr sehnen, auch zur hemmungslosen Zügellosigkeit werden, die uns süchtig und damit wieder unfrei macht?
Ausgangspunkt sind Bibel-Texte, Kunstwerke, sowie Musik, Filme und Bücher. Mit seinen expressiven, teils wie organisch gewachsen wirkenden Gemälden fragt Manu Camille nach den Spielräumen im Zwischenmenschlichen und sucht nach der Essenz, die uns alle verbindet. Er stellt vermeintlich männlich geprägte Bilderwelten (Stichwort „Wilder Westen“) in neue Kontexte. Ein an den Strand gespülter Banker merkt, dass ihm die wirklich nötigen Survival-Tools fehlen. Einige Personen scheinen sich aufzuspalten und werden zu abstrakten Figuren, die sich in ihre Umwelt einfügen. Durch Hinterfragung von Geschlechter-Klischees, eine durchscheinende Technologie-Kritik und psychologisch-philosophische Verweise rückt der Künstler seine ProtagonistInnen in neue Zusammenhänge und vereint Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Am Freitag, 02.10, 18 Uhr, liest Camille aus seinen eigenen Texten.