Schacher – Raum für Kunst
Uli Gsell, Claudia Thorban
Revival
Während bei uns der Ausdruck "Revival" oft für die Comebacks von Musikgruppen benutzt wird, bezeichnet er im Englischen auch Neo-Stile der Architektur und Kunstgeschichte. "Schacher" hat den Begriff bewusst als Titel der Dialog-Schau von Uli Gsell und Claudia Thorban gewählt. Beide Künstler hinterfragen den klassischen Skulpturenbegriff und revitalisieren unsere Vorstellungen von dreidimensionaler Kunst. Bei beiden sind eine spielerische Experimentierfreude und eine vermeintliche Leichtigkeit wichtiger Bestandteil der Werke. Sowohl Gsell als auch Thorban thematisieren Überschneidungen, Überlagerungen und die Auflösung im Raum, denken die unmittelbare Umgebung mit und erschaffen reizvolle Installationen.
Uli Gsell weckt Assoziationen an archaische Behausungen, Köpfe und menschliche Figuren. Seine Steinskulpturen und Reliefs faszinieren durch ihren Widerspruch zwischen den natürlich gelassenen Passagen und den künstlichen, künstlerischen Bearbeitungen. Ergänzend zeigt er vor kurzem in Mexiko entstandene Zeichnungen, die sein Interesse an der Bildsprache der Azteken widerspiegeln. Plus seinen Bronze-Loriot-Mops.
Claudia Thorban arrangiert mit Fundstücken aus der Pflanzenwelt bedruckte Acrylglasscheiben und Papierarbeiten zu scheinbar temporären und buchstäblichen Zusammenstellungen. Für den Hauptraum ist ein Wandfries in luftiger Höhe geplant. Erstmals ist eine Auswahl ihrer Skulpturen zu sehen, die aus moosbewachsenen Steinen und daran gelehnten bedruckten Scheiben bestehen.